Lahká Múza V Záblesku Večnosti – In A Flash Of Eternity CD (Dangus) 2004 , Martin Kreischer, ORKUS ,Germany
Mit der EU-Erweiterung dürften zunehmend auch Bands aus den neuen, östlichen Ländern auf den deutschen Markt strömen. Im Falle der slowakischen L'Ahká Múza ist das nicht wirklich ein Novum, denn innerhalb der 20 Jahre ihrer Existenz hat es die Band bereits geschafft, auch hier einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erreichen – bei der Blockadehaltung der Deutschen, was "Exoten" angeht, durchaus beachtlich. Allerdings unterscheidet sich auch die bereits fünfte CD-Veröffentlichung des Trios nicht sonderlich von den Vorgängern, weiterhin hält man an seinen rituellen, okkulten Klängen mit thematischem S/M-Einschlag fest, ohne sich selbst jedoch großartig einer Evolution zu unterziehen. Besonders Sängerin Gudrun steht mit ihrer Stimme im Vordergrund, zieht Parallelen zu einer etwas weniger stimmgewaltigen Diamanda Galás. Auch können durch Gudruns Sopran und die elektronischen Versatzstücke Querverweise zu Die Form erkannt werden. Dennoch haben L'Ahká Múza tatsächlich einen recht eigenständigen Sound, der jedoch unter teils schlechten Produktionsbedingungen leidet, dadurch aber eine interessante Kelleratmosphäre erhält. Im Osten tut sich also was, und die westlichen Kollegen können sich auf interessante Konkurrenz freuen. (8)
Lahka Muza – V záblesku Vecnosti ,Dangus , MK , OBLIVION 6/2004,Germany
Nach „Cesty Svetla Plynú Temnotou“ ist „V Záblesku Vecnosti“ meine zweite Begegnung mit den Slovaken L’ahká Múza, und wieder entzieht sich die Band um die charismatische Sängerin Gudrun jeglicher Kategorisierung. Avantgardistisch, düster, im musikalischen Umfeld aus Industrial auf der einen, und teils hypnotischen, teils schamanenhaften Gesängen auf der anderen Seite, ergänzt durch militaristische Rhythmen und Gitarrenklänge, die ihre Wurzeln tief im Postpunk und somit den frühen Wave-Bands haben. L’ahká Múza verlangen ihren Hörern alles ab und so wäre eine oberflächliche Herangehensweise an das schwer zu konsumierende Songmaterial sicher gänzlich ungeeignet, sich den neun Liedern dieses Albums anzunähern. Die Faszination der Slovaken gewinnt fraglos an Intensität, nimmt man die exzessiven Live-Shows aus dem S/M-Kontext hinzu, von denen man sich durch den Multimedia-Part der CD überzeugen kann. Erst hier erklären und erschliessen sich dem Zuhörer die Lieder vollends und vermitteln etwas von der Kunst, die L’ahkà Múza ihr Eigen nennen. Zu beziehen ist „V Záblesku Vecnosti“ über: http://www.dangus.net |
8/10 - MK |
LAHKA MUZA In a flash of eternity, Dr.Eisenbart , GOOBA,Austria
Die Industrial-Gothic-Formation aus der Slowakei präsentierte bei einem Live-Auftritt in Prag ihr neues Multimedia-Album. Der Club „Matrix“ in Prag: Dunkel gekleidete Gestalten beherrschen das Szenario, drängen sich an der Bar (mit übrigens sehr jugendfreundlichen Preisen), aus den Boxen der Anlage dröhnt Musik, die dem Soundtrack zu einem Endzeitfilm entnommen sein könnte.
LAHKA MUZA betreten gegen 21:30 Uhr die Bühne, beginnen ihre Performance mit „Signum“, gleichzeitig das Intro des neuen Albums, das den KennerInnen der Materie schon vom Konzert in der Wiener Arena bekannt ist. Generell liegt der Programmschwerpunkt ganz auf dem neuen Material, lediglich vier „alte“ Stücke sind noch im Set.
„In a flash of eternity“ – so der Titel des neuen Werkes – stellt die Fortsetzung und gleichzeitig einen Höhepunkt in der persönlichen und musikalischen Entwicklung der Band dar. In Stücken wie „Heading“ oder “The story of sorrow” klingt der Einfluss der traditionellen Slowakischen Musik durch, für „Synchronia“ und „Inside the circle“ trifft die Kategorisierung „Industrial-Gothic“ den Nagel auf den sprichwörtlichen Kopf. Höhepunkte des Albums sind aber sicherlich das getragene “The Road of the heart“ und der Titelsong, der dem Ganzen noch einen drauf setzt. Schade ist eigentlich nur, dass das Instrumental-Outro „Sigillum“, das beinahe jetzt schon als ein “unsterblicher Klassiker” zu bezeichnen ist, in die Show nicht integriert wurde.
In jedem Fall gelingt es LAHKA MUZA, den experimentellen und brachialen Gitarrensound, an dem auch Ronnie Montrose seine Freude hätte (Anmerkung für alle, die Vergleiche brauchen), live perfekt umzusetzen. Im Vordergrund steht dabei aber natürlich die Wahnsinns-Stimme und die Bühnenpräsenz von Sängerin Gudrun Snake. Dem multimedialen Konzept der neuen CD folgend ist in die Live-Performance jedoch auch eine in schwarzes Lackleder gekleidete „Katzenfrau“ integriert.
LAHKA MUZA bauen in ihre Shows rituelle Handlungen ein und spielen mit der Provokation. In ihrer streng katholischen slowakischen Heimat werden sie daher nicht wirklich wahrgenommen bzw. haben lediglich so etwas wie einen Kultstatus in Insiderkreisen. Es verwundert daher nicht, dass die Band immer wieder Konzerte im (osteuropäischen) Ausland spielt. So werden LAHKA MUZA beispielsweise im August in Litauen auftreten.
Für das Ende des heurigen Jahres ist die Veröffentlichung einer neuen CD des Side-Projektes „Hieros Gamos“ geplant, mit dem ein weiterer Schritt Richtung multimediale Performance getan wird. Für den kommenden Winter ist auch an einen Auftritt in Wien gedacht. Bis dahin sei allen InteressentInnen die CD „In a flash of eternity“ sehr ans Herz gelegt.
Lahka Muza – V záblesku Vecnosti ,Dangus , : NecroKnight , NECROWEB ,Germany Ľahká Múza ist eine slowakische Gruppe, deren bewegte Geschichte bis in das Jahr 1984 zurückreicht. Alles begann mit einer 4-köpfigen Band mit typischer Aufstellung, Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Unter der kommunistischen Regierung war das Publizieren von nicht offiziellen Bands aber verboten. So konnte nur versteckt mit Kassetten veröffentlicht werden. Der Kommunismus fiel, Bandmitglieder verliessen die Band und neue kamen, es wurde ein Label gefunden, doch mit den zahlreichen Veröffentlichungen wechselten auch die Plattenfirmen. Inzwischen wurde der Staat Tschechoslowakei aufgeteilt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der damalige Musikstil vom Gitarrensound zu minimalischtem Industrial, dann wieder mehr hin zu Electro-Gothic bis zu dem jetzigen rituellen Darkwave des nun fünften Albums. Mit vielen Festivalautritten (2x als Co-Headliner) konnten sie schon große Erfolge erzielen. |
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Lahka Muza-Cesty svetla plynú temnotou,Black Flames,2000, MK,Oblivion,Germany
Recht archaisch, zum Teil sogar avantgardistisch, wirkt das musikalische Fundament der Slovaken Lahká Múza, wobei sich der im Info gezogene Vergleich zu den frühen Werken Siouxsie Sioux´s aufgrund des markanten Gesangs von Sängerin Gudrun zwar aufdrängt, den Kern der Sache jedoch nicht zu treffen vermag. Dafür merkt man "Cesty Svetla Plynú Temnotou" die "industrielle" Vergangenheit Lahká Múza´s, die zuvor bereits einige Alben veröffentliche haben, viel zu deutlich an. Mir drängt sich da eher der Vergleich zu den Franzosen Rosa Crux auf, die wahrlich nicht die schlechteste Referenz darstellen, und einen musikalischähnlichen Ansatz verfolgen. Im Fokus der Musik stehen zum Teil harsche Samples, die trotz aller brachialen Sounds zu einem recht harmonischen Klangkonglomerat zusammen gefügt werden, das die Basis für die ausdrucksstarke weibliche Gesangsstimme bildet. Lahká Múza sind sicherlich keine einfach zu konsumierende Band, und der Reiz, der von den zehn Kompositionen ausgeht, läßt sich schwer beschreiben und ist eigentlich nur mit einem Wort zu umschreiben: faszinierend. |
8/10 - MK |
Lahka Muza – Cesty svetla plynu temnotou,Black Flames,2000 ,
DIE SCHLANGE UND DIE LEICHTE MUSE , TOKO , GOOBA,Austria
Ein slowakische Band mit besonderem Konzept feiert bereits ihr zwanzigjähriges Bestehen.„Ja, es ist furchtbar, wie schnell die Zeit verfliegt“, sagt Gudrun Snake, Sängerin von Lahka Muza (auf Deutsch: leichte Muse), darauf angesprochen, dass es die Band ja bereits zwanzig Jahre gibt.
1984 gründete sie Lahka Muza mit den Mitmusikern German H., Dr. K. und 677. Aus der Postpunk-Ära und aus dem New Wave-Einfluss entsprangen die ersten Songs. Ihre Musik wurde in der damals kommunistischen tschechoslowakischen Republik als unoffizielle Kunst bewertet, aber schon bald liebte sie der Underground. Als 1990 German H. die Band verließ, wurde alles neu hinterfragt, wie wolle man weitermachen, wo gibt es noch Entwicklungsmöglichkeiten? Die Band suchte und fand eine Neuorientierung, die Gitarren wurden minimalistischer und roher eingesetzt und man bewegte sich in Richtung Industrial. „Nevinnost“ als bereits zweites Album ist Dokument dieser Zeit. Doch auch Dr. K. verließ die Band, und nun auch noch ohne Drummer dazustehen, bedeutete für Gudrun und 677 den völligen Umbruch oder die Auflösung. Sie entschieden sich für ersteres und entwickelten eine Mischung aus Rock-Musik und Electronic, die sehr bald einen eigenständigen Charakter annahm.
1993 zerfiel die Tschechoslowakei und wurde in die beiden neuen Länder Tschechische Republik und Slowakei aufgeteilt. Wiederum bedurfte es einer Neuorientierung, diesmal einer politischen bzw. heimatbezogenen, und Gudrun beschloss, die Texte für Lahka Muza auf slowakisch zu schreiben.
Sie arbeiteten weiter und schufen weitere vier Alben, zuletzt „Cesty Svetlana Plynu Temnotou“. Bei diesem Album ist alles gefestigt, hat sich der neue Stil etabliert und definiert. Lahka Muza machen Industrial, der zum Ritual wird, nehmen sich zurück und überlassen den Hörer, sich in die Beats, die Sounds und die choralartigen Melodien fallen zu lassen. Gudrun´s Sopranstimme führt das Mysterienspiel als Hohepriesterin an, ebenso wie sie es selbst live tut. Gudrun Snake, ein Künstlername, wie sie unumwunden zugibt, ist die Hohepriesterin dieser Musik. Sie hat diesen Namen gewählt, weil die Schlange zumeist mißinterpretiert wurde als das Böse, während sie doch auch für künstlerische und philosophische Qualitäten steht, oder auch Kundalini, das symbolisch der vitalen sexuellen Energie. In ihren Texten jedoch beschäftigen sich Lakha Muza auch mit religiösen Vorstellungen, aber auch dem Verlust der eigenen Wurzeln und Atmosphären. Dieses letzte Album (im Mai 2004 erscheint die neue CD „V ZABLESKU VECNOSTI“, übersetzt: In einem Blitz der Ewigkeit) ist Musik zum Fallenlassen, zum Verschmelzen. Es ist ein fantastisches, anspruchsvolles Album, das Zeit braucht, damit man sich an die Eigenheiten gewöhnen kann.
Um ihre musikalischen Konzeptionen auch optisch umsetzen zu können, haben Lahka Muza noch ein – wie sie betonen – gleichwertiges Sideproject aufgezogen: Hieros Gamos (übersetzt: heilige Spiele) basiert vor allem auf Performance-Konzepten, während Lahka Muza in erster Linie musikalisch ist und bleibt. Dazu designt Gudrun auch Mode in Lack und Leder sowie für die Firma Lederstahl, sie konzipieren eigene Live-Shows für dieses Projekt und drehen Videos. Desweiteren gibt es zum im Mai erscheinenden Album eine Foto-Serie mit 252 (!) Bildern, die sich in unterschiedliche Themenkreise aufteilen.
Lahka Muza sind schwer einzuordnen. Die einen kategorisieren sie mit Gothic, was ohnedies schon ein weit gespannter Begriff per se ist, andere als Industrial-Band. Lahka Muza bezeichnen sich selbst am ehesten als magische, rituelle Gruppe, die insbesondere als Hieros Gamos auch mit S/M-Elementen, Fetischen und Mystischem spielt. Und dieser eigenen Einschätzung werden sie treu bleiben, wenn sie jetzt mit Tschechien über die EU-Erweiterung wieder zusammenkommen.
Lahka Muza – Cesty svetla plynu temnotou , Black Flames,2000, Dirk Hoffman,ZILLO
Mit „Cesty svetla plynu temnotou“ präsentieren die slowakischen Lahka Muza bereits ihr viertes Album und streben nun auch den Sprung in den Westen an, nachdem sie in ihrer Heimat bereits seit langem zu den ganz grosen Gothic-Acts zählen.Ihre Musik lebt vor allem durch die melodiosen Arrangements aus Keyboards,Gitarren und Percussions sowie dem eindringlich hohen weiblichen Gasang.Das Ganze hat dabei etwas unverhohlen Mystisches,Geheimnisvolles , fast schon Beschworerisches an sich. Gerade die Dominanz der scheppernden Rhythmen und des fremdartigen Gesangs machen in Verbindung mit den minimalistischen Gothic-Sounds die unterschwellige Fascination des Album aus,and das man sich auch erst langsam gewohnen mus.Doch sieht man von der etwas trashigen Produktion ab,vermag der unkonventionelle Sound mit dem magischen Gesang durchaus zu gefallen.